Montag, 30. Oktober 2017

Magische Mottos - Oktober: geheimnisvoll



Das Motto von Paleicas 12 Magischen Mottos für den Oktober lautet "geheimnisvoll", ein Begriff, den man wunderbar auf verschiedenste Art und Weise interpretieren kann und so bin ich nach zweimonatiger Abstinenz ( habe in August und September irgendwie keine Zeit gefunden, mitzumachen) wieder mit dabei!


Redscales im Sauerland
 Film bei der Entwicklung ruiniert
 ein Versuch, EBS (exposing both sides) auszuprobieren
 im Dom zu Köln
 mit der disderi robot 3 + dunkle Farbfolie


Samstag, 28. Oktober 2017

ausgelesen: Isabel Allende - Eva Luna

schon vor Monaten habe ich den Roman >>Eva Luna<< von Isabel Allende (*1942) ausgelesen.

Eva Luna ist das vierte Buch der chilenischen Schriftstellerin und Journalistin und wurde im Jahr 1987 veröffentlicht.

Allendes Vater ist der Cousin von Salvador Allende (1908–1973), der seit 1970 chilenischer Präsident war, bis er beim blutigen Putsch 1973 ums Leben kam, der den Diktator Pinochet an die Macht brachte. Isabel Allende ist also Nichte 2. Grades von Salvador Allende und die Großcousine von dessen Tochter, der gleichnamigen Politikerin Isabel Allende. (Quelle: Wikipedia)

Sie selbst führte ein bewegtes und problembehaftetes Leben, schrieb zahlreiche Bücher und einige Theaterstücke, sie lehrte auch Literatur an verschiedenen Universitäten und setzte sich für die Emanzipation der Frau ein.
Über Eva Luna sagt die Autorin, dass es nach >>das Geisterhaus<<, welches ihr half ihre Erinnerung zu bewältigen, und >>von Liebe und Schatten<<, welches ihr nach eigenen Angaben ihre Wut und ihren Hass nahm, endlich ein fröhliches Buch ist.

Die Handlung des Romans beginnt noch vor der Geburt Eva Lunas mit dem Leben ihrer Mutter Consuelo, die in einenm südamerikanischen Land, welches nicht genannt wird, bei einem Professor lebt und mit dessen Gärtner Consuelo auf seinem Sterbebett (auf wundersame Weise überlebt er schließlich doch) ihre Tochter zeugt, die nach dem Tod ihrer Mutter als Waise ihren Weg in der Welt suchen muss, als auch der Professor stirbt und sie somit ihr Zuhause verliert. Zunächst versucht sie sich als Dienstmädchen, verliert jedoch diese Stellung und gerät an den Straßenjungen Huberto Naranjo, der sie bei der Señora, einer Bordellbesitzerin, unterbringt, die sie zu ihrer  Gesellschafterin macht, doch politische Unruhen zwingen sie später dazu zu fliehen, so gerät sie in den Ort Agua Santa, wo sie mit dem Araber Riad Halabi und dessen Ehefrau zusammenlebt, doch auch dies soll nicht von Dauer sein und ihr Leben dort steht unter einem unglücklichen Stern, nicht zuletzt, weil sich Eva Luna in Riad Halabi verliebt, nachdem sie realisiert, dass Huberto, der sich zu einem Rebellenführer entwickelt hat, nicht der richtige Mann für sie ist, obwohl sie diesen sehr stark liebt und begehrt...


In einer Parallelhandlung wird die Geschichte von Rolf Carle erzählt: Gepeinigt von einem sadistischen Vater lebt Rolfs Familie ein hartes Leben, dessen kurzer Lichtblick durch die Abwesenheit des Vaters, der an der Front im Krieg kämpft, durch dessen Rückkehr zunichte gemacht wird. Letztlich verlässt Rolf Mutter und Geschwister und lebt von nun an bei seinem Onkel und seiner Tante in Südamerika, er wächst zu einem führenden Journalisten heran und als er eines Tages über die Rebellen berichtet, begegnet ihm nicht nur dessen Anführer Huberto sondern wie durch Schicksal auch Eva Luna und der ganzen Kreis beginnt sich zu schließen...

Für mich zeigt sich Isabel Allende in diesem Roman als Autorin mit herausragender Erzählkunst: Die Charaktere sind alle sehr lebendig und vielschichtig erschaffen, die Geschichte phantasievoll und ungemein gut geschrieben, die Rahmenhandlung stützt sich auf die politischen Ereignisse des Südamerikas zur Zeit in der der Roman spielt. Es ist ein gelungenes und spannendes Buch, mit Herz und Poesie erzählt, ich mochte es wirklich sehr!

Freitag, 27. Oktober 2017

[Rezension] Miika Nousiainen - Die Wurzel alles Guten

Autor: Miika Nousiainen
Titel: Die Wurzel alles Guten (Originaltitel "Juurihoito", übersetzt aus dem finnischen von Elina
          Kritzokat
Verlag: Nagel & Kimche (im Carl Hanser Verlag), München
Seiten: 254 + Danksagung
erschienen ist der Roman im Jahr 2017, derzeit  wird er verfilmt und er erscheint auch als Hörbuch, gesprochen von Christoph Maria Herbst

über den Autor:
Miika Nousiainen, geboren 1973 in Jyväskylä (Finnland), ist Schriftsteller, Drehbuchautor und TV-Journalist. Der Roman "Die Wurzel alles Guten" ist sein erstes Buch, das ins Deutche übersetzt wurde. Im Jahr 2009 erhielt er den renommierten finnischen Kalevi-Jäntti-Preis.

zur Story:
Als Pekka Kirnuvaara mal wieder beim Zahnarzt landet, diesmal als Privatpatient, ist ihm schnell klar, dass Esko und er mehr gemeinsam haben, als den Nachnamen und die Nase. Auf Pekkas Fragen geht er nicht ein, sondern setzt unablässig seine Zahnarztinstrumente, allem voran den Bohrer, ein.
Doch so schnell gibt sich Pekka nicht geschlagen und bringt Esko dazu, früher oder später einzugestehen, dass sie Halbbrüder sein müssen, doch beide haben nicht die leiseste Ahnung, wohin es ihren Vater verschlagen hat und so begeben sie sich schließlich auf die Suche, die sie nicht nur durch Skandinavien führt und enthüllt: Pekka und Esko sind nicht die einzigen Kinder von Onni Kirnuvaara...

Der finnische Bestseller des Autors Miika Nousianen, der derzeit auch verfilmt wird, ist ein überraschend gut geschriebener und sehr ungewöhnlicher Roman.
Mir gefallen der nicht-alltägliche Schreibstil mit den zahlreichen Wechseln des Erzählers und die Art, wie die Geschichte von einem Ort zum anderen führt , um schließlich in den Raum zu stellen, dass wir alle eine große Familie und einander ähnlicher sind, als wir vermuten, ohne dabei belehrend zu wirken.
Die Grundidee des Romans, die Suche nach sich selbst und nach seinen Wurzeln, wird hier mit viel Herz und Wärme umgesetzt und so verfehlt der Roman nicht seine Wirkung: Jeden von uns zu einer Reise zu sich selbst anzuregen.

Endlich wieder ein Roman, der auch ohne plumpe Umschreibungen und oberflächliche Sexszenen brilliert!